Tagebuch des Aufbaus und der Inbetriebnahme

“Bau-Blog”
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31.01.09: Die Vorüberlegungen sind soweit im Detail fortgeschritten, dass das Verstärkerkonzept Konturen annimmt. Der mechanische Aufbau erfolgt in einem 2mm Alu-Chassis, das später zur Verbesserung der Optik noch verkleidet werden wird. Der Schaltungsaufbau des Verstärkers ist überwiegend als Point to Point-Verdrahtung geplant, damit spätere Änderungen leicht möglich sind.
Die relaisgesteuerte Quellenumschaltung, die Loudness-Schaltung mit dem Lautstärkepoti, die Trimmer zur Einstellung der negativen Gittervorspannung der Endröhren und die komplette Stromversorgung wird aus Platzgründen, und weil die dafür benötigten Bauteile teilweise nur für gedruckte Schaltungen zur Verfügung stehen, auf Leiterplatten aufgebaut.
Vorab schon mal einen Blick auf das Schaltbild, das Chassis und auf das geplante Layout des Verstärkers

09.02.09: Inzwischen sind die Platinenlayouts für die Bugruppen Stromversorgung, Quellenanwahl, Loudness, -Ug Trimmerplatine fertig:

20.02.09: Die Platinen wurden mit “Hausmitteln” belichtet und geätzt.
Kurzgefasst: Schwarz-Weiss Ausdruck mit dem Tintenstrahldrucker aus dem Layoutprogramm auf normales Druckerpapier, das anschließend mit Sonnenblumenöl transparent gemacht wurde.
Belichtung der photopositiv beschichteten Platinen mit UV-Licht (Belichtungszeit je nach verfügbarer Lichtquelle austesten) Entwickeln nach Vorschrift und ätzen in Eisen-III Chlorid Lösung.

Auf der Stromversorgungsplatine sind die primärseitige Einschaltverzögerung, der Netzfilter, die Anodenspannungsversorgung, die negative Gitterspannungserzeugung und die Erzeugung der Geichspannung für die Heizung der Eingangsstufen zusammengefasst.
Für die Auswahl der Signalquellen sind zwei Relaisplatinen mit den Chinch-Eingangsbuchsen zu einer komplette Eingangsbaugruppe. zusammengefasst.
Die Loudness-Schaltung für beide Kanäle ist mit ihren Bauteilen rund um das Volume-Poti auf einer weiteren Platine angeordnet.
Auf einer Trimmerplatine befinden sich die Potis zur exakten Ruhestromeinstellung der Endröhren (neudeutsch: “Biasing”). Sie wird später hinter der Rückwand montiert, damit ein Abgleich von außen möglich ist.

10.03.2009: Der Entwurf der Beschriftung des rückseitigen Anschlussfeldes ist fertig

23.03.2009: Der Netztrafo von HB-AmpDesign ist eingetroffen. Für die geplante Anordnung der Trafos auf dem Chassis wurde die Einstreuung des Netztrafos auf die AÜ’s überprüft. > Details hier

25.03.2009: Das Roh-Chassis ist dank der freundlichen Unterstützung der Fa. Rock-Audio fertig gefräst und abgekantet. 
Die Beschaffung der übrigen Bauteile ist ebenfalls abgeschlossen. Mit dem Aufbau und der Verdrahtung des Verstärkers kann jetzt begonnen werden.

16.04.2009: Der mechanische Aufbau des Chassis ist mit dem Einbau der Trafos, Sockel, und den vorbereiteten Baugruppen abgeschlossen. Das Anschlussfeld an der Rückseite erhielt seine Beschriftung, gedruckt auf selbstklebender transparenter Folie. Das übrige Chassis wird später verkleidet.

06.06.2009: Zur Zeit geht es nur langsam voran. Nach Beginn der Verkabelung hat sich herausgestellt, dass die Menge der Leitungen innerhalb des Chassis nicht wie geplant verlegt werden können. Die Lötleisten, die zunächst direkt auf dem Chassis montiert waren, wurden mit 5 mm Distanzrollen  hochgesetzt, so dass eine Leitungsführung unterhalb der Lötleisten möglich ist

18.07.2009: Andere Aktivitäten sind derzeit angenehmer als die Sommerzeit mit dem Lötkolben im Keller zu verbringen. - Fortsetzung demnächst.

06.10.2009: Es geht weiter! Inzwischen sind die Endstufen fertig verkabelt und haben den ersten Test mit einem Satz älterer, nicht gematchter EL34 erfolgreich bestanden. Ein geringer, kaum hörbarer Restbrumm ist noch vorhanden. Messwerte folgen später.
Als Signalquelle diente ein Transportabeler CD-Player, dessen Kopfhörerausgang direkt in die PI-Stufen eingespeist wurde. Zwei KEF-Boxen besorgten den Rest. Whow ...! so hatte ich meine CD’s noch nie gehört.

07.11.2009: Die Verkabelung ist fertig und auch die SRPP-Vorstufe mit gehörrichtiger Lautstärkeregelung (Loudness) und der relaisgesteuerten Quellenumschaltung wurden in Betrieb genommen. Einige Schaltungsdetails mussten gegenüber dem Konzept noch geändert werden:
Anodenstromversorgung: Die Siebwiderstände im Netzteil wurden vergrößert, um die Versorgungsspannungen der einzelnen Verstärkerstufen auf den gewünschten Wert zu reduzieren.
Quellenumschaltung: Die 12V Gleichspanung für die Relais konnte nicht wie geplant aus der gleichen Trafowicklung wie die Gleichspannungsheizung erzeugt werden. Erhebliche Brummeinstreuungen auf den Verstärkereingng waren die Folge. Es wurde daher eine getrennte Stromversorgung mit einem 12V~/1VA Miniaturtrafo und Gleichrichtung auf einer zusätzlichen Platine aufgebaut.
Hier das aktualisierte Schaltbild
Mechanik: Der Netz-Kippschalter wurde wegen des äusseren Erscheinungsbildes gegen einen Drehschalter getauscht.

Klang und Dynamik ist - für meine Ohren -  überzeugend. Besonders die Loudness-Schaltung begeistert mich. Bei den meist geringen Lautstärken, bringt sie wie erwartet ein ausgewogenes, volles Klangbild.

Die nächste Schritte:
> Verkleiden des Chassis mit der beschrifteten Frontplatte,
> Einmessen des Verstärkers mit dem endgültigen Röhrensatz.
> Ermittlung der Messwerte wie Frequenzgang und Klirrfaktor.

16.11.2009: “Michales Amp”: Inzwischen wurde das Konzept auch von Interessierten übernommen und nachgebaut. Der mechanische Aufbau von “Michaels Amp” weicht in einigen Details vom ersten Konzept ab. Die Oberflächen sind schwarz lackiert, Tragbügel schützen die Röhren beim Transport.
Abweichend vom Original wurde als Netztrafo ein M102B Typ verwendet, der ebenso wie die Ausgangsübertrager, die für die von hier eingesetzten KT88 angepasst wurden, von MFE bezogen.
Auf den  Relaisplatinen für die Quellenanwahl kommen jetzt Chinch-Buchsen mit Zentralbefestigung zum Einsatz. Damit entfällt die komplizierte Winkelkonstruktion zur Befestigung der Platinen.
Das klangliche Ergebnis ist auch bei dieser Ausführung absolut überzeugend. Durchzeichnung und Transparenz des Klangbildes ist mit den KT88 deutlich besser als mit der der EL34 Bestückung.

21.11.2009: Die Frontplatte, die obere Abdeckung sowie Seiten und Boden sind fertig. Allerdings sind die Alu-Bleche noch im Rohzustand und es stellt sich nun die Frage einer kostengünstigen Gestaltung (Farbe, Beschriftung) der Oberflächen. Bedingung ist jedenfalls ein professionelles Aussehen, Folie wie auf der Rückseite des Gerätes, oder z. B. Aufreib-Buchstaben sind für die Frontplatte keine akzeptabele Lösung. Derzeit werden verschiedene Realisierungs-Optionen geprüft.

28.12.2009: Nach längerem Suchen hat sich eine Lösung für Frontplattengestaltung gefunden. Die 4mm starke Alu-Platte wurde nass feingeschliffen und anschliessend bedruckt und eloxiert. Die Betriebsbereitschaft und die Anwahl der Quellen werden mit LED’s signalisiert, die bündig in die Frontplatte eingelassen sind. Die Seitenteile und die obere Abdeckung sind schwarz pulverbeschichtet.

19.01.2010: Die ersten praktischen Erfahrungen mit dem Verstärker lassen noch einige Änderungen bzw. Ergänzungen des Schaltungskonzeptes sinnvoll erscheinen, die zur Erhöhung der Betriebssicherheit dienen.
1. Zur Einschaltstombegrenzung des Netztrafos werden NTC-Widerstände eingesetzt. Der ursprüngliche 100 Ohm Vorwiderstand stellt bei Ausfall des Relais ein Sicherheitsrisiko dar, da in diesem Fall dauernd mit dem gesamten Primärstrom belastet würde.
2. Die Stabilisierung der Gleichstrom-Heizspannung erhält eine Softstart Funktion.
3. Um die Kathoden der Röhren zu schonen, wird die Anodenspannung erst nach dem Aufheizen der Röhren verzögert eingeschaltet. Dazu ist der Einbau einer Timerschaltung und ein zusätzliches Relais notwendig. Hier das aktualisierte Schaltbild.

31.01.2010: Zum Thema Röhren: Endlich ist auch die Entscheidung gefallen welche Endröhren eingesetzt werden sollen. Die Recherche in verschiedenen einschlägigen Internet-Foren  brachte mehr  Verwirrung als Klarheit was die wohl die “am besten klingende” Röhre sei. NOS-Röhren, kamen nicht nur wegen der horrenden Preise nicht in Frage, ich besitze selbst noch einige alte Röhren und konnte keinen signifikanten Unterschied gegenüber Röhren aus heutiger Produktion feststellen. Es mag aber sein, dass Qualität und Zuverlässigkeit früher besser waren.
Endröhren werden von verschiedenen Anbietern unter eigenen Handelsmarken angeboten und hochgelobt, letztlich kommen aber die meisten heute gefertigten Röhren aus einigen wenigen Fabriken in Russland, Tschechien oder China. Den Ausschlag für die Wahl der EL34B STR der Fa. Shuguang, die ich bei Fa. BTB Elektronik bezogen habe, gaben letztlich zwei Punkte:
1. Die Tatsache dass diese Röhre dem Augenschein nach auch in EL34-Verstärkern einiger namhafter Hersteller zu finden ist. - Natürlich unter eigenem Label und zu entsprechenden Preisen.
2. Das äussere Erscheinungsbild. Die Röhre hat gegenüber anderen EL34 Varianten einen grösseren Durchmesser und wirkt dadurch gedrungener - eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Verglichen mit meinen alten Valvo und Siemens Schätzchen klingt die Shuguang EL34 in meinem Verstärker etwas bassbetonter. Sonst stelle ich aber keinen grossen Unterschied fest. Sehr viel mehr Hintergrundinformationen zum Thema Röhren findet man ausführlich in jogis-roehrenbude.

14.04.2010: In der Praxis des täglichen Betriebes hat sich die relativ hohe Eingangsempfindlichkeit der Schaltung als nachteilig erwiesen. Bereits bei 1/4 des Einstellweges des Volume-Potis ist praktisch Vollausteuerung erreicht, für Zimmerlautstärke genügen einige Grad Öffnung des Potis. Abhilfe schafft eine Reduzierung der Verstärkung der SRPP Eingangsstufe. Durch eine zusätzliche Spannungs-Gegenkopplung wurde die Verstärkung von 38dB  auf 29dB gesenkt, so dass der Stellweg des Volume- Potis jetzt besser genutzt werden kann. Im aktuellen Schaltbild sind die relevanten Bauteile rot eingezeichnet. Die neuen Röhren (s.o.) haben sich inzwischen eingespielt, die anfängliche Bassbetonung ist zurückgegangen, die Wiedergabe erscheint jetzt “durchsichtiger”.

19.04.2010: Die beiden als Phasensplitter eingesetzten ECC81 wurden gegen zwei NOS VALVO ECC82 getauscht. Die Verstärkung ist jetzt nochmals geringer, was aber durch das Volume-Poti gut auszugleichen ist. Der Klang erscheint ausgeglichener und weniger mittenbetont.

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- alle Stufen schwingen - nur der Oszillator nicht -