BASSMAN  - WWamp Classic 410

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Viele Gitarristen schätzen den Sound einer erstklassigen Gitarre, gespielt über einen Röhrenverstärker. Die Soundtracks vieler Rock'n Roll Klassiker zeugen davon. Diesen Prinzipien folgend entstand 1991-92 in Handarbeit der WWamp Classic 410, der sich weitgehend am legendären ©"Fender Bassman", dem Urvater aller späteren Amps von ©Fender und ©Marshall orientiert. Ein Verstärker, der die Charakteristik des angeschlossenen Instrumentes unverfälscht mit enormer Durchsetzungskraft reproduziert und übersteuert einen harmonischen Overdrive-Sound erzeugen soll. Ziel dieses Projekt war, den Nachbau eines Klassikers mit modernen Mitteln zu realisieren.


Tradition und Fortschritt: Der Aufbau, die elektrische Schaltung und das Gehäuse sind originalgetreu nachempfunden. Hinsichtlich Zuverlässigkeit und technischer Eigenschaften wurden aber überall dort, wo dies keinen Einfluß auf die Klangeigenschaften hat, Verbesserungen vorgenommen. So sind unter anderem die Lautsprecherbelastbarkeit und Zuverlässigkeit der elektrischen Schaltung gegenüber dem Original wesentlich erhöht worden. Das Ergebnis ist ein Gitarrenverstärker mit dem Sound der "rolling fifties" aber mit der Technologie von heute.

 Gehäuse: Gehäuse und Schallwand bestehen aus 18mm bzw. 7mm Multiplex Sperrholz, bezogen mit den selben Bezugsstoffen wie das Orginal. Knöpfe, Traggriff und die übrige Hardware entsprechen weitgehend dem Original, oder sind dem Stil der damaligen Zeit nachempfunden. Die Resonanzen der verhältnismäßig dünnen, schwimmend befestigten Schallwand tragen zur Soundcharakteristik des Amps bei.

Lautsprecher: Die ursprünglich eingesetzten Lautsprecher eines deutschen Herstellers, die eigentlich für ELA-Anwendungen gedacht waren, haben sich unter Bandbedingungen nicht bewährt. Deshalb wurde inzwischen auf Copperhead© Typen von Eminence© umgerüstet, die, besonders im mittleren Frequenzbereich, eine größere Durchsetzungskraft besitzen. Wie beim Original sind die vier 8 Ohm Lautsprecher zu 2 Ohm parallel geschaltet. Zum Anschluß externer Boxen ist zusätzlich ein 4 Ohm Ausgang vorhanden.

Chassis: Das Verstärkerchassis ist aus 1,5 mm nichtrostendem Stahl gefertigt. Das garantiert Stabilität, lange Lebensdauer und Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse. Die Rückwand des Gehäuses ist mit einer Abschirmung versehen, so daß der Verstärker gegen Einstreuungen durch elektrische und magnetische Felder wirksam geschützt ist. Im Bedienfeld sind zusätzlich die Buchsen und Regler eines Einschleifweges integriert, die Beschriftung ist, der besseren Lesbarkeit wegen, schwarz ausgeführt
 

Schaltung: Wie erwähnt entspricht die Schaltung in allen Details dem Orginal. Ein Unterschied besteht allerdings im Aufbau und in der Qualität der verwendeten Bauteile. So werden ausschließlich 1% Metallfilmwiderstände für höchste Stabilität, und verlustarme Polycarbonat - Kondensatoren im Signalweg verwendet. Entgegen dem Original wurde wegen der höheren Zuverlässigkeit die Schaltung des Verstärkers auf glasfaserverstärkten Epoxydharz - Leiterplatten aufgebaut. Die gewählte Leitungsführung, zusätzliche Abschirmmassnahmen im Verstärker sowie Gleichstromheizung der Vorstufenröhren gewährleisten nebengeräuschfreien Betrieb. Die störungsanfällige Gleichrichterröhre ist durch eine spezielle Halbleiterschaltung ersetzt worden. Damit sollte die Charakteristik der Originalschaltung, die sich maßgeblich auf das Klangverhalten im übersteuerten Betrieb auswirkt, weitgehend erhalten bleiben. Netztrafo und Ausgangsübertrager wurden nach eigenen Berechnungen angefertigt.

Röhren: In den Vorstufen können wahlweise die Typen 12AY7, 12AX7, 7025 oder ECC83 eingesetzt werden. Die Unterschiede, bezogen auf das Klangvehalten des Verstärkers, sind subjektiv verschieden. Auch die Herkunft einer Röhre und deren individuelle Charakteristik spielen eine Rolle. Die Endstufe ist für 2x 6L6GB/C oder 6881 ausgelegt. Eine Umrüstung auf den Typ EL34 (siehe Bild) ist ebenfalls möglich, die dafür notwendigen Modifikationen sind in der Schaltung des Verstärkers bereits vorgesehen.

Einschleifweg: Als Ergänzung zum Konzept des Originals ist ein aktiver Einschleifweg vorgesehen, der zwischen Vor- und Endstufe angeordnet ist. Send- und Return - Pegel sind unabhängig voneinader einstellbar. Dort können die meisten handelsüblichen Effektgeräte angeschlossen werden. Bei ausgeschaltetem Effektweg ist nur der Signalweg der Originalschaltung wirksam. Der Einschleifweg wird durch einen Fußschalter aktiviert, eine Leuchtdiode im Fußschalter zeigt den aktiven Zustand an. Bei nicht angeschlossenem Effektgerät dient der Einschleifweg als zusätzlicher Boost, oder zur Lautstärkeabsenkung.

Fazit: Die Charakteristik des Verstärkers entspricht nicht in ganz den Erwartungen. Die Wiedergabe ist, besonders im cleanen Bereich solo gespielt hervorragend. Im Zusammenspiel mit der Band jedoch nicht befriedigend. Änderungen an der Vorstufenbeschaltung und der Lautsprecherwechsel konnten diesen Mangel nicht ganz beseitigen. Vermutlich sind die eingesetzten klangbestimmenden Bauteile, Kondensatoren, Widerstände und der Ausgangstrafo der Grund für diesen Mangel.
Im Nachhinein stellt sich auch der Platinenaufbau eher als Nachteil heraus. Ein Umbau oder den Test anderer Bauteile, um klanglich ein Feintuning vornehmen zu können, ist damit erheblich erschwert.


Technische Daten:

 

Netzspannung: 

110-120V~ / 220-240V~ umschaltbar 

Leistungsaufnahme: 

max. 180 Watt

Ausgangsleistung:

45 Watt Sinus 

Lautsprecherimpedanz:

2 Ohm intern / 4 Ohm ext. 

Eingänge:

normal und bright 1 u. 2 (Eingänge 2: -6dB) 

Einschleifweg:

Pegel -10 dbu einstellbar 

Impedanz:

Send: <1K-Ohm, Return: >500K-Ohm 

Maße / Gewicht:

600x580x260mm (BxHxT) / 30 kg

Zum Schaltbild des WWamp 410 Classic

 © Fender und Bassman sind Markenzeichen von Fender Musical Instruments